Integrative Gestalttherapie

Wenn wir gesund, arbeits- und beziehungsfähig sein und bleiben wollen, brauchen wir andere Menschen. Durch andere Menschen erwerben wir unsere Identität, wir lernen zu kommunizieren durch den Austausch mit anderen, wir müssen aber auch lernen, gegenüber anderen Menschen unsere Grenzen zu setzen, wollen wir nicht psychischen Schaden nehmen.

Gedanken, Gefühle, Körperwahrnehmungen und innere Impulse sind als sinnvoller Ausdruck eines gesunden Ganzen zu verstehen. Im Umgang mit anderen spalten wir uns oft innerlich auf, unterdrücken eigene unangenehme oder (von anderen) unerwünschte Anteile unserer Persönlichkeit. Wir fühlen uns dadurch unzufrieden und können den Zugang zur eigenen Lebensenergie verlieren. Dann haben wir keine Bewusstheit mehr dafür, was wir eigentlich im „Hier und Jetzt“ brauchen und willentlich anstreben.

Dementsprechend steht im Zentrum des gestalttherapeutischen Prozesses die psychotherapeutische Beziehung, der Kontakt mit dem Psychotherapeuten oder der Psychotherapeutin – als Angebot, das individuelle Beziehungsmuster des Klienten/der Klientin zu erkunden. Dadurch, dass der/die KlientIn das eigene Beziehungsmuster erkennt, und auch durch Übung können neue Erfahrungen und gewünschte Veränderungen erreicht werden.

In der Integrativen Gestalttherapie wird vom „Hier und Jetzt“ des betreffenden Menschen ausgegangen. Dabei wird darauf vertraut, dass alle für den Beginn und Fortgang der Psychotherapie wesentlichen Informationen nicht nur aus dem Inhalt des Gespräches, sondern auch an der Mimik, der Atmung, der Körperhaltung, etc. erkennbar und bearbeitbar werden.

Deswegen wird in der Integrativen Gestalttherapie neben dem Gespräch, das natürlich der Ausgangspunkt jeder therapeutischen Sitzung ist, auch nonverbaler Ausdruck mit Hilfe verschiedener Methoden (zum Beispiel kreative Techniken) gefördert, um ihren unbewussten Gehalt für den Klienten/die Klientin zugänglich, erlebbar, verstehbar und integrierbar zu machen.

In der Psychotherapie wird auf die Eigenverantwortlichkeit jedes Menschen vertraut. Er wird als der Experte für sich selbst angesehen, der seinen Entwicklungs- und Heilungsprozess selbst steuert und darin vom Therapeuten oder der Therapeutin begleitet und unterstützt, gegebenenfalls auch gelenkt und konfrontiert wird.